Als die Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 ausbrach, erhielten afrikanische Länder, darunter auch Kenia, zunächst weniger als 5% des weltweiten Impfstoffangebots – obwohl sie einen erheblichen Teil der weltweiten Krankheitslast trugen.
Dann kam der globale Rückzug der Entwicklungshilfe.
Der afrikanische Kontinent und der Gesundheitssektor wurden am härtesten getroffen. Die externe Gesundheitshilfe für den Kontinent ist seit 2021 um fast 70% zurückgegangen.
Die offizielle Entwicklungshilfe, insbesondere die Unterstützung durch die United States Agency for International Development (USAID), hat stets eine Schlüsselrolle bei der Gesundheitsversorgung gespielt – vor allem in den am stärksten benachteiligten Gebieten wie Kibera, wo staatliche Gesundheitsinfrastruktur fehlt und Menschen oft von weniger als 3 Dollar pro Tag leben und kaum Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.

Neben der Verbesserung des Zugangs zu Behandlungen und der Senkung von Infektionsraten hat USAID auch zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit und Familienplanung beigetragen. Die jüngsten Hilfskürzungen und der Rückzug der USA aus der WHO haben nicht alle Gesundheitsbereiche gleichermaßen getroffen. Besonders stark betroffen sind die Mutter-Kind-Gesundheitsdienste, was die Bereitstellung wichtiger Leistungen wie Schwangerschaftsvorsorge und qualifizierte Geburtsbegleitung beeinträchtigt.
Auf dem Weg zur Gesundheitssouveränität
Als Reaktion auf die Hilfskürzungen haben afrikanische Länder dazu aufgerufen, diese Gelegenheit zu nutzen, um sich von der Abhängigkeit von Entwicklungshilfe zu lösen, und nicht nur vorübergehend die Finanzierungslücke zu schließen.
Die Africa CDC, die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union, spielt dabei eine zentrale Rolle. Insbesondere die New Public Health Order der Africa CDC zielt darauf ab, Gesundheitssysteme zu stärken, und fordert eine stärkere Mobilisierung nationaler Haushalte für Gesundheit, Bildung und Innovation sowie weniger Abhängigkeit von externen Geber*innen.
Andererseits kann Kenia nicht ohne Hilfe vorankommen. Doch diese Hilfe muss sich in einen Rahmen der Gesundheitssouveränität und Zusammenarbeit einfügen. Ein wichtiges Element dabei sind sogenannte “Sunset Clauses” : Fristen und Ausstiegspläne für globale Gesundheitsprogramme, die sicherstellen, dass Hilfe nicht dauerhaft Parallelstrukturen finanziert. “Sunset Clauses” ermöglichen auch die schrittweise Übertragung von Programmen, die von Entwicklungsbanken und Stiftungen (wie dem Global Fund, Gavi usw.) finanziert werden, in die Hände nationaler Regierungen. Diese Art strukturierter Übergänge ist weitaus weniger schädlich als abrupte Hilfskürzungen.
Kenia hat sie zunehmend zur Grundvoraussetzung für internationale Gesundheitsinitiativen gemacht, die auf seinem Territorium tätig sind.
Die Zukunft der Mutter-Kind-Gesundheit in Kenia
Trotz dieses schwierigen Umfelds, das durch den Rückzug traditioneller Geber*innen wie den USA geprägt ist, gibt es echte Gründe zur Hoffnung. Alternative Kooperationsmodelle weisen den Weg in eine andere Zukunft.
In diesem Jahr haben Kenia, China und Unicef eine Initiative zur Senkung der Mütter- und Neugeborenenmortalität in den Bezirken Garissa, Mandera und Wajir im Nordosten Kenias gestartet, wo die Sterblichkeitsraten deutlich über dem nationalen Durchschnitt liegen, da qualifizierte Geburtsbegleitung kaum verfügbar ist. Das zweijährige Programm soll durch den Ausbau von Mutter-, Neugeborenen- und Notfallgesundheitsdiensten mehr als 652.000 Menschen zugutekommen.
Umso wichtiger ist die Rolle von NGOs wie Child Destiny!
Als die USAID Programme im Jahr 2025 eingestellt wurden, waren die Folgen sofort spürbar. Gesundheitsprogramme, deren Aufbau Jahre gedauert hatte, wurden innerhalb weniger Wochen beendet. Medizinische und humanitäre NGOs waren die ersten, die diese Kürzungen zu spüren bekamen. In Kenia spielen NGOs eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung von Gesundheitsleistungen. Viele von ihnen verloren ihre Finanzierung von einem Tag auf den anderen, ohne Übergangszeit und ohne alternative Unterstützung. Programme, die sich auf Müttergesundheit, Kinderernährung und die Unterstützung von Kindern mit Behinderungen konzentrierten, gehörten zu jenen, die einfach eingestellt wurden.
Vor den Kürzungen leitete USAID jährlich über 400 Millionen Dollar in den kenianischen Gesundheitssektor. Ein großer Teil dieses Geldes erreichte die Gemeinschaften über NGOs – die Akteur*innen, die den schutzbedürftigsten Menschen am nächsten sind. Als diese Finanzierung wegfiel, verschwanden auch viele der Leistungen, auf die die vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen angewiesen waren. Das Ausmaß der Auswirkungen der Hilfskürzungen ist schwer zu messen.
Es ist in diesem Kontext, von Programmschließungen, schrumpfenden Budgets und steigender Inflation, dass Child Destiny und ähnliche Organisationen ihre Arbeit fortsetzen, jeden einzelnen Tag, mit demselben Engagement wie zuvor.
Aber diese Arbeit kann nicht warten, bis sich die geopolitische Lage klärt.
Sie ist auf kontinuierliche, regelmäßige Unterstützung angewiesen.
Wir zählen auf deine Hilfe, um unsere Dienste aufrechtzuerhalten und unsere ambitionierten Projekte weiterzuentwickeln.